Die Suche der Patienten nach einem passenden Arzt hat sich im Laufe der letzten Jahr enorm gewandelt. War es früher das Telefon oder eine Empfehlung, ist es heute ein Online-Portal oder ein KI-gestütztes Tool. Die Transparenz steigt: Bewertungen, Profile und digitale Serviceangebote sind einsehbar. Hausärzte, Fachärzte und Spezialisten stehen mit dem digitalen Umfeld vor unterschiedlichen Herausforderungen.
Rollen im Gesundheitssystem
Hausärzte
Der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle und funktioniert wie eine Art Lotse im System. Möglich geworden sind digitale Terminbuchungen – oft auch außerhalb der klassischen Praxiszeiten – und digitale Kommunikation, beispielsweise per E-Mail oder über Patientenportale. Digitale Befunde, die ePA und automatisierte Übersichten unterstützen die Informationsverwaltung, erfordern aber eine sorgfältige ärztliche Einordnung.
Fachärzte
Aufgrund längeren Wartezeiten bei Fachärzten, werden online Terminplattformen wichtiger. Spezialisierte Informationen sind leichter zugänglich. In einigen Fällen werden telemedizinische Nachsorge- oder Besprechungstermine angeboten, sofern dies im jeweiligen rechtlichen Rahmen zulässig ist.
Spezialisten / Zentren
Für hochspezialisierte Fachbereiche besteht häufig ein ausgeprägter Spezialisierungsgrad, sodass Arztsuchende ihre Recherche gezielt ausrichten. Dabei können digitale Informationsangebote und Sprechstundenformate genutzt werden, sofern sie im jeweiligen rechtlichen Rahmen angeboten werden. Ergänzend kommen unterstützende KI‑basierte Tools zum Einsatz, die lediglich eine orientierende Einschätzung ermöglichen und keine ärztliche Diagnose ersetzen. Auch digitale Möglichkeiten zur Einholung einer zusätzlichen fachlichen Einschätzung gewinnen an Bedeutung.
Digitalisierung der Arztsuche
Neue digitale Werkzeuge
Patienten können Arztsuchportale von Ärztekammern nutzen. Diese sind teilweise regional unterschiedlich verfügbar. Weitere digitale Werkzeuge sind:
- Arztbewertungsportale
- Online-Angebote
- Video-Sprechstunden (sofern sie im geltenden rechtlichen Rahmen angeboten werden)
- Suchmaschinen und KI‑gestützte Tools, die lediglich eine orientierende Einschätzung unterstützen und keine medizinische Diagnose ersetzen.
Verändertes Patientenverhalten
Trotz der vielfältigen digitalen neuen Werkzeuge entscheiden sich Patienten weiterhin auf persönliche Empfehlungen. Gleichzeitig nutzen einige ergänzend Websites und digitale Services. Zu einem klaren digitalen Informationspaket gehören:
- Öffnungszeiten
- Spezialisierungen
- Erreichbarkeit
Patienten können – sofern die Praxis dies anbietet – digitale Kontaktwege nutzen. Dies kann je nach Praxis über E-Mail oder Chat erfolgen, sofern datenschutzkonforme Lösungen bereitgestellt werden. Zwei Varianten die beliebt werden.
Digitalisierung in der Praxis
| E‑Rezept, ePA, digitale Kommunikation stark im Ausbau |
| Ärztinnen und Ärzte zunehmend offen für digitale Tools und Kommunikation |
| KI‑gestützte Unterstützungssysteme für die Diagnostik gewinnen an Bedeutung; sie dienen als Hilfsmittel, ersetzen jedoch nicht die ärztliche Bewertung. |
Chancen und Herausforderungen im Überblick
| Chancen | Herausforderungen |
| Schnellere Suche nach passenden Spezialisten | Datenschutz und Datensicherheit müssen insbesondere bei sensiblen Gesundheitsdaten gemäß den gesetzlichen Vorgaben (z. B. DSGVO) gewährleistet werden. |
| Weniger Bürokratie durch digitale Prozesse | Digitale Angebote sollten barrierearm gestaltet sein, um eine Benachteiligung einzelner Patientengruppen zu vermeiden. |
| Bessere Erreichbarkeit und niedrigere Schwelle zur Kontaktaufnahme | Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, sollten umfangreiche digitale Gesundheitsdaten stets durch medizinisches Fachpersonal eingeordnet werden. |
Entwicklung
- 2020: Pandemie → starker Schub für Videosprechstunden
- 2021–2024: Ausbau digitaler Patientenakten und Implementierung des eRezepts unter Einhaltung der geltenden Datenschutz‑ und Sicherheitsstandards.
- 2025+: 2025+: KI‑gestützte Assistenzsysteme verbreiten sich schrittweise; sie unterstützen die Diagnostik, ersetzen jedoch nicht die ärztliche Bewertung.
FAQ
- Wie hat sich die Arztsuche durch digitale Tools verändert?
Patienten finden Ärztinnen und Ärzte heute schneller über Portale, Bewertungen und Online-Informationen. - Welche Rolle spielen Bewertungen bei der Spezialistensuche?
Bewertungen unterstützen die Vorauswahl, ersetzen aber nicht die fachliche Expertise. - Warum sind Video-Sprechstunden nicht bei allen Patienten beliebt?
Einige Patienten zweifeln an der diagnostischen Eignung für bestimmte Anliegen und empfinden das Format als weniger persönlich. - Profitieren Hausärzte genauso stark von der Digitalisierung wie Fachärzte?
Hausärzte profitieren von digitalen Workflows, haben jedoch gleichzeitig einen höheren Kommunikations‑ und Datenaufwand, der eine strukturierte und sorgfältige Bearbeitung erfordert.
Fazit
Arztbesuche und Versorgungsprozesse können durch die Digitalisierung erleichtert werden. Die Kombination aus persönlichen Empfehlungen und digitalen Angeboten bleibt entscheidend. Der Trend könnte in Richtung KI‑Assistenz, smarter Patientennavigation und digitaler Gesundheitszentren gehen; KI‑gestützte Systeme unterstützen dabei, ersetzen jedoch keine medizinische Entscheidung.
(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)